Finanzen

Hilfst du mir, helf ich dir – digitale Möglichkeiten

Erinnern Sie sich noch an Zeiten, in denen Sie einfach so zum Haus nebenan gegangen sind und die Nachbarn nach 2 Eiern oder etwas Milch gefragt haben – leider fehlten diese Zutaten noch für den Kuchen? Nun ja, vielleicht haben Sie selbst dies nicht erlebt, aber unsere Großeltern erzählen meist gern von diesen Zeiten.

Gleichzeitig beklagen Sie sich, dass eine derartige Beziehung nur noch in seltenen Fällen mit den Nachbarn besteht, jeder habe nur noch seinen eigenen Vorteil im Sinn. Dies trifft sicherlich nicht auf jeden zu, aber wenn man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann, ist es ja zum Nachteil von niemandem. Und so haben Sie inzwischen vermehrt die Möglichkeit, anderen Leuten Geld zu leihen und dabei selbst Gewinn zu machen. Sogar ohne zweifelhafte Rechtslage?

P2P ist das neue A und O

Diese Möglichkeit ist als Peer-to-Peer-Investment bekannt und Unternehmen wie IUVO haben sich darauf spezialisiert, auch wenn Erfahrungswerte noch gesammelt werden müssen. Die Bezeichnung stammt von der Konstellation der teilnehmenden Parteien: Es handelt sich vollständig um Privatpersonen. Jemand sucht sozusagen Sponsoren und Sie können ihren Mitmenschen, den peers, helfen. Für beide Seiten kann diese Situation viele Vorteile bieten.

Für Kreditnehmer

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, weshalb man einen Kredit beantragt. Doch in den häufigsten Fällen möchte man sich einen Traum erfüllen. Dabei kann es sich natürlich um das Auto oder die Weltreise handeln, aber auch um die Verwirklichung einer Geschäftsidee. Je nachdem, was für ein Vorhaben Sie planen, müssen Sie so einige Meilensteine beachte. In vielen Fällen ist ein Businessplan notwendig, in dem Sie das Geschäftsmodell und mögliche Unternehmensstrukturen erklären.

Mit Glück finden Sie so auch bereits Sponsoren und Finanzierungsmittel, da es sich um Aspekte von besonderem Interesse handelt. Gerade Start-ups haben in den letzten Jahren die Nase vorn. Nur wird die Idee nicht unbedingt von jedem als sinnvoll oder durchsetzbar erachtet, können Sie bereits Probleme mit der Finanzierung bekommen. Über Plattformen, die Investoren mit Projekten zusammenbringen, können Sie nun Ihr eigenen Projekt vorstellen und darauf hoffen, dass genügend Nutzer dieses interessant finden und investieren möchten.

Für Investoren

Wenn bei Ihnen am Ende des Monats alle dauerhaften Posten wie Miete oder Tilgung des Immobilienkredits und weiter Lebensunterhaltskosten abgezogen sind und Sie noch Geld übrig haben, ist für viele der Gedanken ans Sparen nah. Doch mit dem aktuell noch immer niedrigen Leitzins sind die Aussichten bei Tages- oder Festgeldanlagen nicht besonders rosig. Sich mit Kryptowährung auseinanderzusetzen oder gar an der Börse mit Aktien zu spekulieren – dabei haben Sie ein ungutes Gefühl?

Schließlich kann die Blase so leicht platzen und schnell ist das mühsam ersparte Vermögen weg. Investitionen in Projekte können stattdessen eine Alternative sein. Über die schon genannten Plattformen finden Sie eine Auswahl, die Sie sich genau ansehen können und dann entscheiden, wen Sie für mit welchem Projekt finanzieren möchten. Dabei legen Sie den Betrag Ihrer Investition selbst fest und erhalten, wenn das Projekt beendet ist und der Kredit abgezahlt wird, diesen Betrag plus Rendite zurück.

Rechtslage und Institutionen

In den meisten Fällen sind nicht nur Investor und Kreditnehmer involviert. Es benötigt trotz allem einen Mittler (die Plattformen) und ein Finanzinstitut. Dabei kann es sich um die klassischen Banken handeln, die ebenfalls für Anleger investieren. In anderen Fällen sind es allerdings Gesellschaften mit Eigenkapital, die einen guten Ruf haben und finanziell unabhängig sowie unbelastet sind. Überwacht werden die Transaktionen im P2P-Investment meist von den Finanzaufsichtsbehörden des Landes, in dem das Unternehmen ansässig ist.

Dadurch kann es durchaus auch zu Unterschieden zwischen den Anbietern kommen und ein Blick in die AGBs lohnt sich. Die Investition wird in den meisten Fällen mit einem Rückkaufrecht abgesichert. Dennoch ist die Rechtslage nicht absolut geklärt. Es handelt sich um ein noch recht junges Prinzip, weshalb weitgehende rechtliche Vorgaben fehlen. Da es sich auch nicht um Finanzgeschäfte mit traditionellen Banken handelt, greift die europäische Einlagensicherung nicht.

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